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Relaunch im Facility Management

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Gase: Relaunch

Gase: Relaunch

Ein „Relaunch“ im Bereich Gase kann mehrere Facetten haben: Es kann sich um die umfassende Modernisierung der Gasversorgung handeln, um die Neuausrichtung von Prozessen und Technologien oder um die Erweiterung des Portfolios an Gasen und Versorgungsoptionen. Ob in Industriebetrieben, Laboren, Kliniken oder Forschungseinrichtungen – ein gut geplantes und durchgeführtes Relaunch-Projekt stellt sicher, dass technische, organisatorische und wirtschaftliche Aspekte optimal aufeinander abgestimmt sind.

Ein Relaunch im Gasbereich ist eine umfassende Neuausrichtung oder Modernisierung der Gasversorgung und -prozesse, die technische, sicherheitstechnische und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Dabei können neue Technologien, Anlagen und Konzepte zum Einsatz kommen, um Versorgungssicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit auf ein höheres Niveau zu heben. Entscheidend für den Erfolg sind eine sorgfältige Planung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, transparente Kommunikation sowie ein konsequentes Monitoring und eine stetige Optimierung im laufenden Betrieb. So schafft ein Relaunch langfristig Mehrwert für Unternehmen und Einrichtungen, indem er einen zukunftsfähigen, sicheren und kosteneffizienten Betrieb der Gaseinrichtungen gewährleistet.

Gründe für einen Relaunch

Technologischer Fortschritt

  • Neue Materialien und Komponenten (z. B. Rohrleitungen, Armaturen, Mess- und Regeltechnik) ermöglichen höhere Sicherheit, Präzision oder Produktivität.

  • Automatisierte, digitalisierte Systeme (z. B. Sensorik, SCADA, IoT) verbessern die Überwachung, Steuerung und Wartung der Gaseinrichtungen.

Sicherheits- und Normenupdate

  • Änderung gesetzlicher Vorschriften oder technische Regelwerke (z. B. TRBS, DGUV, ATEX, DIN-EN-Normen) kann Anpassungen in der Anlagen- und Betriebssicherheit erfordern.

  • Ein Relaunch gewährleistet die Einhaltung aktueller Bestimmungen (z. B. Dichtheits- oder Explosionsschutzanforderungen).

Erweiterte Nutzungsszenarien

  • Neue Produktionsmethoden oder Forschungsfelder, die zusätzliche oder veränderte Gasarten benötigen (z. B. medizinische Gase, Hochreine Gase, Spezialgase für 3D-Druck).

  • Erhöhter Bedarf an Druck, Durchfluss oder Reinheit, dem das bisherige System nicht gerecht wird.

Wirtschaftliche und ökologische Aspekte

  • Kostendruck und steigende Energie- oder Beschaffungskosten können Investitionen in effizientere oder regenerative Versorgungskonzepte rechtfertigen.

  • Nachhaltigkeitsstrategien und Umweltauflagen (z. B. Verringerung von Emissionen, Leckagen) befördern die Modernisierung.

Optimierte Versorgungssicherheit und -qualität

  • Zuverlässige und stabile Druck- und Mengenversorgung, passend für den jeweiligen Bedarf.

  • Erhöhung der Reinheitsgrade, falls für sensible Prozesse (z. B. Lebensmittel-, Pharma- oder Elektronikfertigung) erforderlich.

Erhöhung des Sicherheitsniveaus

  • Minimierung von Risiken (Leckagen, Explosions- oder Brandgefahr) durch moderne Technik, Gaswarnsysteme oder zusätzliche Sicherheitskomponenten.

  • Klare Sicherheitskonzepte und Notfallpläne für unterschiedliche Betriebs- und Störfallszenarien.

Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung

  • Bessere Energiesteuerung, Rückgewinnung oder Integration mit anderen Medien (z. B. Wärme, Kälte) senkt Betriebskosten.

  • Geringere Verluste und Wartungsaufwände durch langlebige, wartungsfreundliche Anlagenkomponenten.

Integration in digitale Infrastrukturen

  • Anbindung an IT-Systeme, um Verbräuche, Störungen und Wartungsbedarf in Echtzeit zu erfassen und auszuwerten.

  • Automatische Fehlermeldungen und proaktive Wartungsplanung (Predictive Maintenance).

Bestandsaufnahme und Analyse

  • Ermittlung des aktuellen Anlagenzustands, der vorhandenen Gasarten, Rohrleitungsnetzwerke und Sicherheitsausrüstungen.

  • Identifikation von Engpässen, Schwachstellen und Risiken (z. B. veraltete Komponenten, fehlende Redundanzen, nicht mehr normgerechte Bauteile).

Bedarfs- und Risikobewertung

  • Abgleich der zukünftigen Anforderungen (z. B. steigender Produktionsbedarf, strengere Reinheitsklassen) mit dem Ist-Zustand.

  • Bewertung potenzieller Gefährdungen und Ausarbeitung eines neuen Sicherheitskonzepts (z. B. ATEX-Zonierung, Ex-Schutz-Anforderungen).

Konzeptentwicklung

  • Auswahl geeigneter technischer Lösungen (z. B. zentrale vs. dezentrale Versorgung, Materialauswahl, Automatisierungsgrad).

  • Entscheidung über Umfang und Tiefe des Relaunches: Soll die gesamte Infrastruktur erneuert werden oder genügen Teilerneuerungen?

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

  • Kosten-Nutzen-Analyse für unterschiedliche Szenarien (Investitionskosten, Betriebskosten, Lebenszyklusbetrachtung).

  • Fördermöglichkeiten oder steuerliche Vorteile prüfen (z. B. bei Umstellung auf klimafreundlichere Verfahren).

Projektorganisation

  • Einsetzung eines Projektteams aus Facility Management, Technik, Arbeitssicherheit, Einkauf und externen Fachplanern.

  • Festlegung einer klaren Kommunikationsstruktur und regelmäßiger Projektmeetings.

Bau- und Montagearbeiten

  • Ausarbeitung konkreter Bau- und Montagepläne (Leitungsverläufe, neue Technikzentralen, Brandschutzmaßnahmen).

  • Koordination mit anderen Gewerken (Elektro, HKLS, Baugewerke) und Minimierung von Schnittstellenproblemen.

Test- und Abnahmephase

  • Durchführung von Dichtheits-, Druck- und Funktionstests, z. B. gemäß DIN EN 1779 oder Druckgeräterichtlinie.

  • Erstellen von Abnahmeprotokollen und Dokumentation über alle relevanten Komponenten, Prüfungen und Einstellwerte.

Schulung und Inbetriebnahme

  • Einweisung des Bedienpersonals und aller relevanten Mitarbeitenden in die neue Technik, Sicherheitsaspekte und Notfallpläne.

  • Stufenweises Hochfahren der neuen Anlage (ggf. Parallelbetrieb, um Ausfallsicherheit während der Umstellung zu gewährleisten).

Betriebliches Monitoring

  • Kontinuierliche Erfassung von Verbrauchs- und Betriebsdaten (Druck, Durchfluss, Störungen).

  • Zeitnahe Auswertung der Daten, um Trends zu erkennen (z. B. Anzeichen für Leckagen, Verschleiß oder Fehlbedienung).

Wartung und Instandhaltung

  • Festlegung und Einhaltung optimierter Wartungspläne (z. B. turnusgemäße Inspektionen, Kalibrierungen der Mess- und Regeltechnik).

  • Dokumentation aller durchgeführten Maßnahmen und eventueller Abweichungen.

Kontinuierliche Verbesserung

  • Einholen von Feedback aus den Fachabteilungen und Endnutzern, um Schwachstellen nach dem Relaunch gezielt zu beseitigen.

  • Regelmäßige Audits und Schulungen halten das System auf dem neuesten Stand und fördern Sicherheitsbewusstsein.

Erweiterungsmöglichkeiten

  • Durch die modulare Auslegung kann das System bei steigendem Bedarf (z. B. weitere Gasarten, höhere Mengen) angepasst werden.

  • Integration neuer technologischer Entwicklungen (z. B. KI-gestützte Prognosemodelle, erneuerbare Energien).

Ganzheitliche Betrachtung

  • Einbeziehung aller Stakeholder (Technik, Sicherheit, Nutzer, Management) bereits in der Planungsphase.

  • Abstimmung zwischen baulicher, technischer und organisatorischer Perspektive.

Ausreichendes Budget und realistische Zeitplanung

  • Puffer für unvorhergesehene Kosten (z. B. bei notwendigen Umbauten oder Ersatzteillieferungen).

  • Zeitlich abgestimmte Meilensteine und Tests, um den laufenden Betrieb nicht übermäßig zu beeinträchtigen.

Professionelles Projekt- und Risikomanagement

  • Identifikation kritischer Pfade und frühzeitige Gegenmaßnahmen bei Verzögerungen oder Lieferengpässen.

  • Transparente Kommunikation über Fortschritt und Änderungen.

Nutzerakzeptanz und Schulungen

  • Mitarbeitende müssen Sinn und Funktionsweise des neuen Systems verstehen, damit es sicher und effektiv genutzt wird.

  • Offenheit für Weiterentwicklungen und Optimierungen im Alltag nach dem Relaunch.