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Kontrolle von Manometern & Druckniveaus

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Kontrolle von Manometern & Druckniveaus

Kontrolle von Manometern & Druckniveaus in Gassystemen

Manometer und andere Druckanzeiger sind zentrale Überwachungsinstrumente in Gassystemen. Sie zeigen an, ob Druckregelung, Gasversorgung und der Betrieb von Geräten im vorgesehenen Bereich liegen oder ob Störungen, Verstopfungen, Undichtigkeiten oder Fehlfunktionen vorliegen könnten. Aus Sicht des Facility Managements gehört die regelmäßige Kontrolle von Manometern und Druckniveaus zu den grundlegenden Routinetätigkeiten. Sie ergänzt technische Prüfungen und Wartungen, ersetzt diese jedoch nicht. Das vorliegende Dokument strukturiert die Mindestanforderungen an Organisation, Prüfumfang, Dokumentation und Reaktion auf Abweichungen im Rahmen eines formalen FM-Prozesses.

Kontrolle von Manometern und Druckniveaus

Die regelmäßige Kontrolle von Druckanzeigen in Gassystemen verfolgt mehrere Ziele im sicheren Anlagenbetrieb:

Zielbereich

Beschreibung (Basisniveau)

Betriebssicherheit

Sicherstellen, dass der Gasdruck im zulässigen Betriebsbereich liegt

Früherkennung

Frühzeitiges Erkennen von Leckagen, Verstopfungen oder Reglerfehlern

Personenschutz

Vermeidung gefährlicher Über- oder Unterdrücke mit Explosions- oder Vergiftungsrisiko

Anlagenschutz

Schutz von Leitungen, Geräten und Armaturen vor druckbedingten Schäden

Verfügbarkeit

Minimierung ungeplanter Stillstände und automatischer Störungsabschaltungen

Diese Ziele gewährleisten einen sicheren und zuverlässigen Betrieb

Betriebssicherheit und Personenschutz stehen an oberster Stelle, während zugleich Ausfälle und Folgeschäden durch frühzeitiges Eingreifen vermieden werden.

Die Druckkontrolle ist als Bestandteil des technischen Gebäudebetriebs in den FM-Prozess eingebettet:

  • Teil der regelmäßigen Technikrundgänge und Anlagenüberwachung: Die Ablesung von Manometern erfolgt routinemäßig im Rahmen von Rundgängen. Beobachtete Werte fließen in die Instandhaltungsplanung ein (z. B. Planung von Wartungen oder Reparaturen bei Auffälligkeiten).

  • Ergänzung zu anderen Sicherheitsmaßnahmen: Die Manometer-Kontrolle ergänzt formelle Dichtheitsprüfungen, stationäre Gaswarnsysteme (Gasdetektoren) und fachkundige Inspektionen durch Sachkundige oder Sachverständige. Sie bildet eine zusätzliche Überwachungsebene zwischen den turnusmäßigen Prüfungen.

  • Verknüpfung mit Gefährdungsbeurteilung und Notfallmanagement: Ergebnisse der Druckkontrollen fließen in die Gefährdungsbeurteilung ein und finden Niederschlag in Betriebsanweisungen (für das Verhalten bei Abweichungen). Ebenso sind sie Teil des Notfallkonzepts für Gasgefahren, etwa im Szenario eines Gaslecks oder plötzlichen Druckabfalls, inklusive festgelegter Alarm- und Abschaltkriterien.

Manometer-Typen und typische Messstellen im Gassystem

Gasversorgungsanlagen besitzen an verschiedenen Stellen Druckmessgeräte (Manometer), um den Systemdruck auf unterschiedlichen Ebenen zu überwachen. Im Folgenden werden typische Messstellen und deren Eigenschaften aus FM-Sicht beschrieben.

Typische Messstellen-Ebenen

  • Übergabepunkt / Hausanschluss: Hier liegt der höhere Vordruck des Versorgungsnetzes an (Eingangsdruck). Ein Manometer am Hausanschluss zeigt den Eingangsdruck vom Versorger und dient der groben Kontrolle der Versorgungssituation.

  • Druckregelstrecken: An diesen Stellen wird der Gasdruck von Netzdruck auf den Gebäude- bzw. Anlagendruck reduziert. Manometer vor und hinter dem Druckregler zeigen Vor- und Nachdruck und ermöglichen die Überwachung der Regelfunktion.

  • Haupt- und Unterverteilungen: In Steigleitungen oder Verteilsträngen innerhalb des Gebäudes sind Manometer installiert, um den Versorgungsdruck in verschiedenen Leitungsabschnitten zu überwachen. Sie zeigen an, ob der Druck in den Haupt- und Nebensträngen konstant im Soll liegt.

  • Geräteebene: Direkt an Gasverbrauchern (z. B. Kessel, Brenner, BHKW oder Prozessgeräte) überwachen Manometer den anliegenden Vordruck bzw. den Brennerdruck. Dadurch wird sichergestellt, dass jeder Verbraucher den erforderlichen Gasdruck erhält.

  • Flaschen- oder Tankanlagen: Bei Flüssiggas-Tanks oder Gasflaschenbatterien zeigen Manometer den Vorrats- bzw. Behälterdruck an. Daraus lässt sich auf den Füllstand schließen, um rechtzeitig Nachschub oder Wechsel von Flaschen zu planen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Druck-Messstellen, die dazugehörige qualitative Druckstufe und den Kontrollfokus aus Sicht des Facility Management:

Messstelle / Ebene

Typischer Druckbereich (qualitativ)

FM-Fokus (Basis)

Hausanschluss / Übergabepunkt

Höherer Netz-/Vordruck

Grobe Plausibilitätskontrolle; Abweichungen an Versorger melden

Primär-Druckregler

Übergang von Versorgungsdruck zu Anlagendruck

Stabile Werte erwarten; keine untypischen Schwankungen

Sekundär- / Gerätedruckregler

Reduzierung auf Gerätevordruck

Sollbereich laut Hersteller einhalten; ruhige Anzeige

Verteilleitungen

Konstant auf eingestelltem Druck, ohne starke Schwankungen

Vergleich von Druckwerten zwischen verschiedenen Strängen (Abgleich)

Gasflaschen / Tanks

Vorratsdruck abhängig vom Füllstand

Trendbeobachtung über die Zeit; rechtzeitige Nachbestellung veranlassen

Hinweis

Es werden bewusst keine konkreten Zahlenwerte angegeben, da die zulässigen Druckwerte je nach Anlage und Gerät variieren und durch Herstellerangaben bzw. Auslegungsdaten festgelegt sind.

Routinekontrollen von Manometern

Zu den regelmäßigen Aufgaben der Haustechnik gehört die Routinekontrolle aller installierten Manometer. Diese umfasst zum einen eine Sichtprüfung der Geräte und zum anderen die Kontrolle der angezeigten Druckniveaus auf Plausibilität.

Zunächst werden die Manometer selbst visuell überprüft, um ihren einwandfreien Zustand sicherzustellen:

Prüfaspekt

Beobachtung (Basisniveau)

Gehäuse & Sichtscheibe

Keine Risse oder Beschädigungen am Gehäuse; Sichtscheibe sauber und Skala klar lesbar

Skala & Zeiger

Skala nicht verdeckt oder verschmutzt; Zeiger frei beweglich und ohne Hängenbleiben

Einbau & Lage

Manometer fest montiert; in korrekter Position angebracht (für genaue Messung) und gut ablesbar zugänglich

Kennzeichnung

Eindeutige Zuordnung zu Leitungsstrang oder Anlage erkennbar (z. B. durch Beschriftung oder Tag-Nummer)

Bei elektronischen Druckanzeigen ist analog darauf zu achten, dass die Anzeige gut ablesbar ist, keine Fehlermeldungen zeigt und die Einheit eindeutig erkennbar ist.

Dabei werden an definierten Messstellen im Normalbetrieb folgende Schritte durchgeführt:

  • Druck ablesen: Den aktuellen Druckwert an jedem Manometer ablesen, während die Anlage im regulären Betrieb (bzw. in einer definierten Betriebsphase) läuft.

  • Soll-Ist-Vergleich: Den abgelesenen Wert mit dem bekannten Normalwert oder dem dokumentierten Sollbereich für diese Messstelle vergleichen. Die Sollwerte sind in technischen Unterlagen, Anlagenplänen oder Herstellerangaben festgelegt und sollten dem Personal bekannt sein.

  • Plausibilitätskontrolle über mehrere Messpunkte: Druckwerte verschiedener, zusammenhängender Messstellen ins Verhältnis setzen, um Unstimmigkeiten aufzudecken. Beispielsweise sollte bei einer Druckregelstrecke der Vordruck stets höher sein als der nach dem Regler gemessene Druck. Ebenso sollten ähnliche Stränge im Gebäude vergleichbare Druckwerte aufweisen, sofern sie vom gleichen Regler versorgt werden.

Bei der Bewertung der Druckanzeige helfen u. a. folgende Fragen:

  • Bewegt sich der aktuelle Druck im erwarteten Bereich für die jeweilige Betriebsphase (z. B. Stillstand, Teillast oder Volllast der Verbraucher)?

  • Ist der Druck im Vergleich zu vorherigen Rundgängen oder Protokollen auffällig höher oder niedriger ausgefallen? (Trendvergleich)

  • Verhält sich der Druck an verschiedenen Punkten logisch und konsistent? (Beispiel: Vordruck > Druck nach dem Regler > Druck am Gerät – in absteigender Reihenfolge)

Wenn ein Manometer während der Routinekontrolle auffällige Werte zeigt, lassen sich daraus erste Hinweise ableiten:

Auffälligkeit

Mögliche Bedeutung (Basisabschätzung)

Zeiger steht konstant auf „0“, obwohl Anlage in Betrieb ist

Verdacht auf Defekt oder Blockade des Manometers (Gerät misst nicht)

Stark schwankender Zeiger

Mögliche Strömungsstörungen im System oder Problem am Druckregler (Regelschwingungen)

Deutlich abweichender Wert gegenüber dem Normalwert

Hinweis auf eine Betriebsstörung: möglicher Überdruck oder Unterdruck im System (z. B. Ventil defekt, Leckage, Verstopfung)

In jedem dieser Fälle ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Die genaue Ursache muss durch eine technische Überprüfung ermittelt werden – die oben genannten Hinweise dienen nur der ersten Einschätzung.

Umgang mit Abweichungen und Störungen

Treten bei den Kontrollen Abweichungen oder Störungen auf, ist eine abgestufte Reaktion erforderlich. Zunächst wird das Ausmaß der Abweichung eingeordnet, um dann angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Ohne sofort ins Detail zu gehen, werden Abweichungen nach ihrer Auffälligkeit und potenziellen Gefährdung kategorisiert:

Einstufung

Beispielhafte Situation (Basis)

FM-Reaktion (Maßnahme)

Geringe Abweichung

Leichte, aber stabile Differenz zum üblichen Normalwert (noch innerhalb Toleranz)

Beobachten; Information an Haustechnik oder Vorgesetzten weitergeben

Deutliche Abweichung

Klar erkennbar über oder unter den üblichen Werten, aber Wert bleibt vorerst stabil

Als Störung melden; zeitnahe Überprüfung durch Fachpersonal einplanen

Kritische Abweichung

Extrem hoher oder sehr niedriger Druck; starke Schwankungen; ggf. begleitet von Gasgeruch oder Alarmmeldung

Bereich sofort sichern, Anlage ggf. abschalten; umgehend Fachfirma oder Notdienst rufen

Diese Einschätzung dient der Priorisierung. Eine geringe Abweichung kann zunächst beobachtet werden, während kritische Abweichungen einen Notfallplan auslösen.

Bei einer als kritisch eingestuften Druckabweichung sind unverzüglich Sofortmaßnahmen auf Basis des Notfallkonzepts einzuleiten:

  • Keine eigenmächtigen Eingriffe: Keinesfalls dürfen nicht fachkundige Personen selbst an Druckreglern, Sicherheitsventilen oder anderen Armaturen Einstellungen vornehmen. Unkontrollierte Handgriffe könnten die Situation verschlimmern.

  • Unverzügliche Alarmierung zuständiger Stellen: Die Haustechnik bzw. die FM-Leitstelle ist sofort zu informieren – mit genauer Angabe von Standort, betroffener Messstelle und beobachtetem Druckwert. So kann umgehend fachkundige Unterstützung mobilisiert werden.

  • Gaszufuhr begrenzen und Gefahrenbereich räumen: Gemäß Notfallplan kann es erforderlich sein, manuell bestimmte Absperreinrichtungen zu betätigen, um die Gaszufuhr zu stoppen oder zu reduzieren (z. B. Schließen des Hauptabsperrventils), sofern dies gefahrlos möglich ist. Mitarbeiter und ggf. andere Personen sind aus dem betroffenen Bereich zu entfernen (Räumung bei Explosionsgefahr). Parallel dazu sollte – je nach Situation – der Gasversorger, eine externe Fachfirma mit 24h-Bereitschaft oder die Feuerwehr hinzugezogen werden.

Das oberste Ziel dieser Schritte ist die Gefahrenabwehr

Menschen schützen, Zündquellen vermeiden und eine weitere Gasausbreitung verhindern, bis Fachpersonal die Störung beheben kann.

Dies stellt die Transparenz sicher und ermöglicht es, aus dem Vorfall zu lernen:

Schritt

Inhalt der Dokumentation (Basis)

Festhalten

Datum und Uhrzeit der Feststellung, genaue Messstelle/Ort, abgelesener Druckwert, Beschreibung der Auffälligkeit

Maßnahmen

Eingeleitete Schritte (z. B. Meldung an Verantwortliche, Abschaltung der Anlage, Verständigung externer Stellen)

Ergebnis

Befund der fachkundigen Prüfung (Ursache der Abweichung), durchgeführte Reparaturen oder Einstellungen, ggf. neue Sollwerte

Lessons Learned

Anpassungen von Checklisten oder Betriebsanweisungen basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen; Aufnahme präventiver Maßnahmen, um Wiederholung zu vermeiden

Diese Aufzeichnungen werden im Anlagenjournal oder dem CAFM-System hinterlegt. Sie dienen als Nachweis der Betreiberpflichten und fließen in die kontinuierliche Verbesserung der Betriebsprozesse ein.

Integration in FM-Organisation, Checklisten und Schulung

Für eine wirksame Überwachung der Gasdrücke muss das Thema organisatorisch verankert, in Arbeitsabläufe integriert und dem Personal vermittelt werden. Folgende Aspekte sind dabei zu berücksichtigen:

Klare Zuständigkeiten stellen sicher, dass die Kontrollen regelmäßig erfolgen und Abweichungen korrekt behandelt werden:

Rolle/Funktion

Verantwortung im Kontext der Druck- und Manometerkontrolle

Betreiber / Eigentümer

Legt Vorgaben fest (Umfang, Häufigkeit der Kontrollen) und stellt Ressourcen bereit

Facility Manager

Plant die Rundgänge und Inspektionsintervalle, definiert Normalwerte/Sollbereiche, überprüft Dokumentation und Maßnahmenumsetzung

Haustechnik / Hausmeister

Führt die Sicht- und Ablesekontrollen im Alltag durch; meldet festgestellte Abweichungen umgehend gemäß Meldeweg

Fachfirma (Gas/Heizung)

Übernimmt die fachliche Bewertung von Auffälligkeiten, führt erforderliche Kalibrierungen, Reparaturen oder den Austausch defekter Komponenten (z. B. Manometer) durch

Nutzer / Fachbereiche

Informieren die Haustechnik spontan bei sichtbaren Auffälligkeiten oder Alarmen (z. B. wenn ein Manometer im Nutzerbereich außerhalb des grünen Bereichs steht)

Durch diese Rollenverteilung wird sichergestellt, dass jeder Vorfall – von der Beobachtung bis zur Behebung – lückenlos betreut ist.

Die Kontrolle der Gasdrücke sollte in die bestehenden Arbeitsmittel und Managementsysteme eingebunden werden:

  • Checklisten für Rundgänge: Alle relevanten Manometer und Messstellen sind in den Rundgangs- und Wartungschecklisten aufgeführt. So wird kein Prüfpunkt vergessen und die Ergebnisse können direkt notiert werden.

  • Normbereiche hinterlegen: Die üblichen Normaldruckwerte bzw. zulässigen Druckbereiche jeder Messstelle sollten in leichter Form verfügbar sein – etwa als Kurzübersicht auf den Checklisten oder im digitalen CAFM/CMMS-System. Das Personal hat damit Referenzwerte zur Hand und erkennt Abweichungen schneller.

  • Störungsmeldungen und Tickets: Auffällige Druckwerte sind in der Instandhaltungssoftware als Störung zu erfassen. Im CAFM-/CMMS-System wird aus der Meldung ein Ticket oder Arbeitsauftrag generiert, dem dann die weiteren Schritte (Prüfung, Reparatur etc.) zugeordnet werden. Dies gewährleistet eine Nachverfolgung und transparente Abarbeitung von Abweichungen.

Schulung und Sensibilisierung

Neben den organisatorischen Vorkehrungen ist die Unterweisung des Personals ein wesentlicher Faktor. Alle Mitarbeitenden, die mit der Anlagenüberwachung betraut sind (Haustechnik, Sicherheitsdienst und ggf. Bedienpersonal in technischen Bereichen), müssen über die Gasdruckkontrolle Bescheid wissen. Eine kurze gezielte.

Schulung/Unterweisung stellt sicher, dass alle Beteiligten:

  • wissen, wie die Manometer korrekt abgelesen werden (inkl. Einheit und Skalierung),

  • kennen, welche Druckwerte an den jeweiligen Messstellen als „normal“ gelten,

  • verstehen, welche Abweichungen meldepflichtig sind (und ab welchen Schwellenwerten),

  • die vorgesehenen Meldewege und Ansprechpartner bei Störungen einhalten,

  • und bewusst darauf achten, keine eigenmächtigen Druckverstellungen vorzunehmen.