Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Zündschutzmaßnahmen & Sicherheitsabstände

Facility Management: Gase » Gasanlagen » Sicherheit & Gefahrenbereiche » Zündschutzmaßnahmen & Sicherheitsabstände

Zündschutzmaßnahmen & Sicherheitsabstände

Zündschutzmaßnahmen & Sicherheitsabstände

Zündschutzmaßnahmen und Sicherheitsabstände sind unverzichtbare Bestandteile des Sicherheitskonzepts von Gasanlagen in Gebäuden und Liegenschaften. Sie sorgen dafür, dass weder im bestimmungsgemäßen Betrieb noch im Stör- oder Leckagefall gefährliche, zündfähige Gas-Luft-Gemische an kritischen Stellen entstehen. Gleichzeitig wird gewährleistet, dass keine wirksamen Zündquellen in gefährlicher Nähe zu solchen potenziellen Gasansammlungen vorhanden sind.

Zündschutzmaßnahmen und Sicherheitsabstände Gasanlagen

Basisverständnis der Zünd- und Explosionsbedingungen

Eine Explosion durch brennbares Gas kann nur stattfinden, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Erstens muss ein brennbares Gas in einer zündfähigen Konzentration vorliegen (d.h. weder zu gering noch zu hoch konzentriert, in der Regel innerhalb der unteren und oberen Explosionsgrenzen des Gases). Zweitens muss ausreichend Luftsauerstoff vorhanden sein, damit das Gas-Luft-Gemisch überhaupt brennen kann. Drittens bedarf es einer wirksamen Zündquelle – also einer Energiequelle wie offenem Feuer, Funken oder heißer Oberfläche, die stark genug ist, das Gasgemisch zu entzünden. Diese drei Faktoren bilden das sogenannte "Explosionsdreieck". Sind alle gleichzeitig am selben Ort vorhanden, besteht Explosionsgefahr. Umgekehrt lässt sich eine Explosion sicher verhindern, wenn mindestens eine dieser Voraussetzungen ausgeschlossen wird (etwa durch konsequente Lüftung zur Vermeidung zündfähiger Konzentrationen oder durch Ausschluss aller Zündquellen in gefährdeten Bereichen).

Typische Zündquellen im Gebäudebetrieb

Im Alltagsbetrieb eines Gebäudes können zahlreiche typische Zündquellen auftreten. Die folgende Tabelle nennt wichtige Zündquellen-Kategorien, jeweils mit Beispielen und typischen Einsatzbereichen, in denen sie im Kontext von Gasinstallationen relevant werden können:

Zündquellen-Kategorie

Beispiele

Typische Bereiche

Offene Flammen

Schweißarbeiten, Schneidbrenner, offene Gasbrenner

Werkstätten, Baustellen, Großküchen

Heiße Oberflächen

Überhitzte Motoren, heiße Abgasrohre

Technikräume, Dachbereiche

Elektrische Zündquellen

Funken an Schaltern/Steckdosen, ungeeignete elektrische Geräte

Büros, Lagerräume, Technikbereiche

Mechanische Funken

Schleifen, Trennschleifer, Schlag auf Metall

Werkstattbereiche, Umbau-/Sanierungszonen

Elektrostatische Entladung

Aufladung von Personen oder Kunststoffoberflächen

Trockene Produktions- oder Lagerräume

Diese Auflistung verdeutlicht, dass in nahezu jedem Gebäudebereich potenzielle Zündquellen existieren können – von der Werkstatt und Baustelle über technische Betriebsräume bis hin zu Büros und Lagern. Entsprechend müssen Zündschutzmaßnahmen bereichsübergreifend beachtet werden.

Alle Maßnahmen zum Zündschutz und zur Einhaltung von Sicherheitsabständen verfolgen im Wesentlichen vier übergeordnete Schutzziele:

Schutzziel

Beschreibung

Personenschutz

Vermeidung von Verletzungen oder Gesundheitsschäden durch Explosionen, Brände oder Rauchentwicklung

Sach- und Anlagenschutz

Begrenzung von Schäden an Gebäuden, technischen Anlagen und der Ausstattung im Falle eines Explosions- oder Brandereignisses

Betriebsfähigkeit

Aufrechterhaltung des Betriebs durch Reduktion von Ausfallzeiten, Stillstandszeiten und Folgeschäden nach einem Zwischenfall

Unterstützung im Notfall

Erleichterung von Rettungs- und Löscheinsätzen durch klare räumliche Trennung von Gefahrenbereichen und zugänglichen Einsatzbereichen

Anlagentechnische Zündschutzmaßnahmen (Überblick)

An der technischen Anlage selbst greifen verschiedene Zündschutzmaßnahmen, die das Austreten und Entzünden von Gas verhindern sollen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über zentrale anlagentechnische Maßnahmen, ihre Zielsetzung und die grundlegenden Aufgaben aus Sicht des Facility Management:

Maßnahme

Zielsetzung

FM-Sicht (Basisaufgabe)

Dichte Gasinstallation

Minimierung möglicher Leckagen (Vermeidung von Gasverlusten)

Fachgerechte Planung und Installation durch zertifizierte Fachfirmen; regelmäßige Dichtheitsprüfungen organisieren

Absperreinrichtungen

Begrenzung des Gasfreisetzungsbereichs im Störfall (Abschnittsbildung)

Leichte Zugänglichkeit sicherstellen; Absperrventile deutlich kennzeichnen; Notfall-Abschaltkonzept festlegen

Gaswarn- und Alarmsysteme

Früherkennung von Leckagen und Austritt von Gas

Geeignete Alarmschwellen parametrieren; Sensoren und Anlagen regelmäßig warten und kalibrieren; Alarm- und Evakuierungsabläufe einüben

Entlüftungs- und Abblasepunkte

Kontrollierte Ableitung von Gas ins Freie im Störfall

Lage der Entlüftungsöffnungen bewusst planen; Umfeld freigehalten (keine Zündquellen oder Personen im Austrittsbereich); regelmäßige Kontrolle der Funktionsfreiheit

Neben den technischen Vorkehrungen kommt es auf bauliche und räumliche Maßnahmen an, um Zündgefahren zu reduzieren:

  • Räumliche Trennung: Gasführende Anlagen und Leitungen werden möglichst in separaten Technikräumen oder abgegrenzten Bereichen untergebracht, weg von Orten mit vielen potenziellen Zündquellen. Beispielsweise sollten Heizkessel in einem eigenen Heizraum stehen, getrennt von Werkstätten oder Lagerbereichen.

  • Lüftung: Durch ausreichende Lüftung (natürlich oder mechanisch) wird gewährleistet, dass ausgetretenes Gas sich verdünnt und unterhalb der Zündgrenze bleibt. Permanente Lüftungsöffnungen oder Lüftungsanlagen sorgen dafür, dass kein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch entstehen kann.

  • Vermeidung von "toten Zonen": Die bauliche Gestaltung berücksichtigt, dass Gas weder in Senken am Boden noch unter Decken oder in abgeschlossenen Nischen stehen bleiben kann. Dies wird erreicht, indem z.B. keine abgehängten Decken ohne Belüftung in Gasräumen eingesetzt oder Auffangwannen in Bodennähe für schwerere Gase vermieden werden. Ziel ist ein freier, durchlüfteter Raum ohne Bereiche, in denen sich Gas unbemerkt ansammeln könnte.

Einige bauliche Schutzmaßnahmen und ihre Wirkungsweise sowie der Fokus für das Facility Management sind in der folgenden Tabelle beispielhaft dargestellt:

Bauliche Maßnahme

Wirkung

FM-Fokus

Getrennte Technikräume

Beschränkung des Gefahrenbereichs auf einen dedizierten Raum (Gasgefahr räumlich gebündelt)

Zutritt nur für Befugte (Zutrittsregelung); deutliche Kennzeichnung als Gas-Technikraum; keine fremden Lagerungen, auf Ordnung achten

Lüftungsöffnungen / -schächte

Gasverdünnung und Ableitung von austretendem Gas; verhindert Konzentrationsbildung

Niemals verstellen oder verschließen; regelmäßig prüfen, ob die Öffnungen frei und funktionsfähig sind

Widerstandsfähige Baustoffe

Begrenzung von Explosions- und Brandschäden durch hitze- und druckbeständige Bauteile

Bei Neu- oder Umbauten Verwendung geeigneter (feuer-/explosionsresistenter) Materialien einplanen; Abstimmung mit Fachplanung bei Materialwahl

Elektrische Anlagen und Geräte müssen in Bereichen mit möglicher Gasgefährdung besonders betrachtet werden, da sie potenzielle Zündquellen darstellen können:

  • Es sollten nur geeignete elektrische Betriebsmittel in räumlicher Nähe zu Gasinstallationen verwendet werden. In ex-gefährdeten Bereichen (z.B. in einem Raum mit Gasdruckregelanlage) sind ggf. explosionsgeschützte Ausführungen nach ATEX-Richtlinien erforderlich. Grundsätzlich ist jede elektrische Einrichtung konzeptionell daraufhin zu prüfen, ob sie in der betreffenden Umgebung sicher betrieben werden kann.

  • Eine räumliche Trennung von elektrischen Steuereinrichtungen und gasführenden Komponenten ist anzustreben. Zum Beispiel sollten Hauptschalttafeln oder Steuerungsanlagen möglichst nicht im selben Raum direkt neben Gasleitungen installiert werden, um das Risiko einer Zündung austretenden Gases durch elektrische Funken zu minimieren.

  • Ordnung und fachgerechte Installation: Alle elektrischen Verkabelungen in der Nähe von Gasleitungen sind sauber zu verlegen und gegen Beschädigung gesichert. Provisorische Verlängerungskabel oder unsachgemäß installierte Geräte sind zu vermeiden. Ebenso sollten defekte Elektrogeräte umgehend aus dem Bereich entfernt werden. Dadurch wird verhindert, dass unnötige oder unvorhergesehene Zündquellen entstehen.

Im Innenbereich von Gebäuden gelten folgende Grundprinzipien für Sicherheitsabstände im Umgang mit Gasinstallationen:

  • Keine Zündquellen in unmittelbarer Nähe von Gasstellen: Im direkten Umfeld von Stellen, an denen Gas austreten könnte – etwa Ventilen, Schlauchanschlüssen, Brenneröffnungen oder Gasgeräten – dürfen sich keine potenziellen Zündquellen befinden. Dort sind also weder offene Flammen noch ungeschützte elektrischen Schaltfunken oder heiße Oberflächen zulässig. Durch diesen Abstand wird gewährleistet, dass austretendes Gas sich nicht sofort an einer Zündquelle entzünden kann.

  • Freihalten von Bedien- und Zugangsbereichen: Rund um Absperreinrichtungen, Gasbrenner und andere wichtige Anlagenteile muss ausreichend freier Raum verbleiben. Diese Bereiche dürfen nicht durch gelagerte Gegenstände, Einbauten oder Mobiliar versperrt sein. Nur so ist im Normalbetrieb eine sichere Bedienung und Wartung möglich. Vor allem aber kann im Notfall (z.B. bei Gasgeruch) schnell und ungehindert das nötige Ventil erreicht und betätigt werden.

  • Abstand zu brennbaren Materialien: Gasführende Installationen sollten nicht direkt neben oder auf brennbaren Baustoffen bzw. Lagergütern verlaufen. Leicht entzündliche Materialien wie Papier, Kartonagen, Holz oder textile Stoffe müssen mit Sicherheitsabstand zu Gasleitungen und -geräten gelagert werden. Damit wird verhindert, dass z.B. eine heiße Oberfläche eines Gasgeräts ein benachbartes brennbares Objekt entzünden kann. Ebenso soll vermieden werden, dass im Leckagefall Gas in solche Materialien eindringt und dort unbemerkt gefährliche Gemische bildet.

Nachfolgend einige typische Innenraum-Situationen ohne Nennung konkreter Meterabstände, aber mit ihren grundsätzlichen Schutzanforderungen:

Innenbereich

Beispiele / Besonderheiten

Grundanforderung an Zündschutz & Abstände

Heizräume / Kesselräume

Aufstellraum für Gas-Heizkessel oder Thermen; Gasleitungen und Hauptabsperrventile vorhanden

Keine Lagerung brennbarer Materialien im Raum; Zugänge, Bedienungsflächen vor Kesseln und Ventilen stets freihalten

Gewerbliche Küchen

Gasherde, offene Grillflächen; offene Flammen werden bewusst im Betrieb genutzt

Abstand von Kochstellen zu brennbaren Flächen (Wände, Möbel) sicherstellen; Abluftanlage über Gasherden betreiben; offene Flammen nur kontrolliert innerhalb der Geräte (keine weiteren Zündquellen im Umfeld)

Gaszähler- und Regelbereiche

Bereich mit Gaszähler und Druckregelstrecke; meist im Keller oder Technikraum

Keine elektrischen Schaltquellen (Steckdosen, Schalter) direkt neben Zähler/Regler; Bereich gut belüftet und frei von Zündquellen halten; keine Abstellflächen unmittelbar an der Anlage

Technikräume mit Gasleitungen

Allgemeine Versorgungsräume oder Steigschächte, in denen Gasrohre verlaufen

Keine Heißarbeiten (Schweißen, Schleifen) ohne vorherige Freigabe und Schutzmaßnahmen; auf Ordnung und Sauberkeit achten (keine brennbaren Ablagerungen), um unnötige Zündquellen und Brandlasten zu vermeiden

Bei der Festlegung von Sicherheitsabständen im Inneren eines Gebäudes müssen auch die Luftströme aus Lüftungs- und Abluftanlagen sowie die Abgasführungen von Geräten berücksichtigt werden:

  • Sicherheitsabstände sind so zu planen, dass Lüftungsöffnungen austretendes Gas nicht in Bereiche mit Zündquellen fördern. Ebenso dürfen Lüftungs-Ansaugstellen (z.B. Klimaanlagen-Einlässe) nicht unmittelbar neben möglichen Gasaustrittspunkten liegen. Andernfalls könnte ein Leck an einer Gasleitung dazu führen, dass ein Lüftungsstrom das Gas gezielt an einen ungünstigen Ort transportiert.

  • Heiße Abgasaustritte von Gasgeräten (z.B. Abgaskamine von Heizkesseln oder Abluft von gasbetriebenen Motoren) müssen so positioniert sein, dass sie keine brennbaren Bauteile erwärmen oder ansengen können. Auch dürfen heiße Abgase nicht direkt auf Gasleitungen oder Armaturen treffen. Daher sind Abgasaustritte grundsätzlich mit ausreichendem Abstand zu Wänden, Decken und Installationen einzuplanen und ggf. durch Hitzeschutzmaßnahmen zu sichern.

  • Bei Umbauten oder baulichen Änderungen ist die bestehende Lüftungs- und Abgassituation neu zu bewerten. Zusätzliche Wände, Verkleidungen oder Einhausungen dürfen nicht dazu führen, dass bisher gut durchlüftete Bereiche zu "toten Zonen" werden, in denen Gas stehen bleiben könnte. Gegebenenfalls müssen neue Lüftungsöffnungen geschaffen oder Abgasführungen angepasst werden, damit die Zündschutz-Konfiguration des Raumes weiterhin wirksam bleibt.

Typische Beispiele und die wichtigsten Aspekte sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Außenelement

Beispiele

Abstands- und Zündschutzaspekte

Gasflaschenlager (außen)

Lagerung von Propan-/Butangasflaschen in Gitterboxen oder Schränken im Freien

Genügender Abstand zu Gebäudeöffnungen (Fenster, Türen, Kellerlichtschächte); striktes Rauch- und Feuerverbot in der Umgebung

Gastanks / Behälter (außen)

Fest installierte Flüssiggas-Tanks oder Biogasbehälter auf dem Gelände

Keine Zündquellen im direkten Nahbereich (kein offenes Feuer, keine ungeeigneten elektrischen Geräte); Anfahrschutz durch Poller oder Schutzgitter vorsehen

Abblase- / Entlüftungsleitungen

Leitungen von Sicherheitsventilen, die Gas ins Freie ableiten

Austritt an sicherer Stelle ohne Publikumsverkehr (z.B. über Dach oder abgelegener Bereich); Kennzeichnung vorsehen, damit Bereich freigehalten wird

Außen aufgestellte Gasgeräte

Außen oder auf dem Dach montierte Gasanlagen (z.B. Heizgeräte, BHKW)

Genügend Abstand zu brennbaren Bauteilen (Fassaden, Dachkonstruktion); keine Frischluft-Einlässe unmittelbar neben Gerät oder Abgasführung positionieren

Für alle Gasinstallationen im Freien gelten einige allgemeine Abstandsvorgaben, ohne dass hier Zahlenwerte genannt werden:

  • Abstand zu Gebäudeöffnungen und Wegen: Es ist darauf zu achten, dass Anlagen wie Tanks oder Gasflaschenlager mit ausreichendem Abstand zu Gebäudeöffnungen (Fenster, Türen, Lüftungsansaugungen) sowie zu Flucht- und Verkehrswegen platziert werden. So wird im Leckagefall verhindert, dass Gas in das Gebäude eindringt oder Personen auf Fluchtwegen gefährdet.

  • Keine Zündquellen im Umfeld: Im nahen Umfeld von Außengasanlagen dürfen sich keine potenziellen Zündquellen befinden. Daher sind dort Rauchen und offenes Feuer strikt verboten. Fahrzeuge sollten nicht direkt neben Gasanlagen abgestellt oder betrieben werden (heiße Abgasanlagen und Funken des Motorbetriebs können Zündquellen sein). Falls in der Nähe Arbeiten mit offener Flamme notwendig werden, müssen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

  • Mechanischer Schutz: Zum Schutz vor unbeabsichtigter Beschädigung sollten Gasaußenanlagen mit Barrieren umgeben werden. Zum Beispiel lassen sich um einen oberirdischen Gastank Anfahr-Poller oder ein Geländer anbringen, um Anfahrschäden durch Fahrzeuge zu verhindern. Auch Gaszuleitungen entlang von Fahrwegen können durch Schutzbügel abgeschirmt werden.

Besondere Situationen- Einige Sonderfälle erfordern besondere Beachtung:

  • Baustellen und temporäre Installationen: Werden vorübergehend Gasanlagen eingerichtet (z.B. provisorische Gasflaschenversorgung für Bauheizer), müssen auch hier klare Sicherheitsabstände definiert werden. Die Bereiche um die temporären Anlagen sind sichtbar abzusperren und mit Warnhinweisen zu versehen. Insbesondere Heißarbeiten in der Nähe dürfen nur nach schriftlicher Erlaubnis und mit geeigneten Schutzmaßnahmen erfolgen. Ein verantwortlicher Mitarbeiter sollte die Einhaltung der Sicherheitsregeln auf Baustellen kontrollieren.

  • Nachbarschaft zu anderen Gefahrstoffbereichen: Befinden sich Gasinstallationen in unmittelbarer Nähe zu anderen gefährlichen Stoffen (etwa einem Brennstofflager, Chemikalienlager etc.), sind die Sicherheitsabstände im Gesamtkonzept abzustimmen. Ziel ist, dass ein Ereignis (z.B. Brand oder Leck) in einem Bereich nicht direkt auf den benachbarten Bereich übergreift. Gegebenenfalls sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Brandwände oder größere Trennabstände erforderlich, um die gegenseitige Beeinflussung zu minimieren.

Ihre Verantwortungsbereiche lassen sich wie folgt umreißen:

Rolle / Funktion

Verantwortungsbereich im Kontext Zündschutz & Abstände

Betreiber / Eigentümer

Trägt die übergeordnete Gesamtverantwortung für ein sicheres Anlagenkonzept; stellt sicher, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, und stellt die finanziellen und organisatorischen Mittel für Schutzeinrichtungen bereit.

Facility Manager

Organisiert die Umsetzung von Schutzmaßnahmen im Alltag; koordiniert Prüfintervalle und Wartungen; veranlasst bei Bedarf Anpassungen an Anlagen oder Abläufen und überwacht die Einhaltung der Sicherheitsstandards.

Haustechnik / Instandhaltung

Führt regelmäßige Sichtkontrollen der Gasanlagen durch; wartet technische Einrichtungen (z.B. Gaswarner, Lüftungen); meldet festgestellte Mängel sofort an das FM und behebt sie im Rahmen der Instandhaltung, sofern möglich.

Sicherheitsfachkraft / HSE

Unterstützt bei der Gefährdungsbeurteilung (erstellt das Explosionsschutzdokument) und legt in Abstimmung mit dem Betreiber Ex-Zonen fest; berät bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen und führt Schulungen zur Arbeitssicherheit durch.

Sicherheitsdienst

Überwacht im Tagesbetrieb die Einhaltung von Sicherheitsregeln (z.B. Rauchverbote, Zutrittsbeschränkungen); spricht Nutzer oder Besucher bei Verstoß darauf an; unterstützt im Notfall, indem er Gefahrenbereiche absperrt und Einsatzkräfte einweist.

Nutzer / Fremdfirmen

Befolgen die Betriebsanweisungen und Sicherheitsregeln (kein offenes Feuer, kein unbefugter Zugang etc.); melden Auffälligkeiten oder Störungen (z.B. Gasgeruch, Undichtigkeiten) umgehend dem Facility Management.

Um Zündschutz und Sicherheitsabstände praktisch im Alltag umzusetzen, stehen dem Facility Management verschiedene Instrumente und Verfahren zur Verfügung:

  • Betriebsanweisungen: Es sollten klare, leicht verständliche Betriebsanweisungen für alle relevanten Bereiche erstellt werden. Darin wird z.B. festgelegt, welche Tätigkeiten verboten sind (etwa Rauchen oder offenes Feuer in der Nähe von Gasanlagen), welche persönliche Schutzausrüstung eventuell erforderlich ist und wie im Störfall zu reagieren ist. Diese Anweisungen müssen den Mitarbeitern und ggf. Fremdfirmen bekannt gemacht und gut sichtbar ausgehängt werden.

  • Freigabe-/Erlaubnisschein für Heißarbeiten: Für alle sogenannten Heißarbeiten (z.B. Schweißen, Schneiden, Flexen) in der Nähe von Gasinstallationen ist ein formales Freigabeverfahren einzuführen. Ein Verantwortlicher prüft im Vorfeld die Situation und legt Schutzmaßnahmen fest (Gasabsperrung, Belüftung, Feuerlöscher bereithalten, Brandwache etc.). Diese Maßnahmen werden in einem Erlaubnisschein dokumentiert, der vor Arbeitsbeginn unterschrieben vorliegen muss. So wird sichergestellt, dass risikoreiche Arbeiten nur unter kontrollierten Bedingungen erfolgen.

  • Kennzeichnung in Plänen: Alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen und Zonen sollten auch in den Gebäudeplänen vermerkt sein. Das beinhaltet die Lage von Gasleitungen, Ventilen und Entlüftungen sowie die Kennzeichnung von explosionsgefährdeten Bereichen oder Verbotszonen (z.B. "Kein Feuer oder Rauch"-Zonen). Solche Pläne dienen als wichtige Arbeitsgrundlage für Wartungspersonal und externe Firmen. Sie müssen stets aktuell gehalten werden, insbesondere nach Umbauten oder Änderungen an der Anlage.

Kontrolle, Dokumentation und Schulung

Thema

Inhalt

Regelmäßige Kontrollen

Geplante Rundgänge zur Überprüfung, ob Sicherheitsabstände eingehalten werden (keine Hindernisse oder Lagerungen in Schutzbereichen), Rauch- und Feuerverbote umgesetzt sind und die technischen Schutzsysteme funktionieren (z.B. Lüftung in Betrieb, Gaswarnanlage aktiv). Mängel oder Auffälligkeiten werden dabei sofort erfasst.

Dokumentation

Schriftliche Festhaltung aller Prüf- und Wartungsmaßnahmen sowie aufgetretener Störfälle. Hierzu zählen Prüfprotokolle, Mängellisten mit Verfolgung der Behebung und bei Bedarf Fotodokumentationen. Die Aufzeichnungen dienen als Nachweis der Sorgfalt und ermöglichen eine lückenlose Nachvollziehbarkeit gegenüber Aufsichtsbehörden oder im Schadensfall.

Schulung & Unterweisung

Regelmäßige Information aller Mitarbeiter und relevanten Fremdkräfte über die Gefahren von Gas und die getroffenen Schutzmaßnahmen. Schulungen sensibilisieren für typische Zündquellen, erklären die Verbotszonen (z.B. wo nicht geraucht oder gefunkt werden darf) und vermitteln das korrekte Verhalten im Störfall (sofort melden, Bereich räumen, Alarmplan folgen).