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Sicherheit & Gefahrenbereiche

Facility Management: Gase » Gasanlagen » Sicherheit & Gefahrenbereiche

Sicherheit & Gefahrenbereiche

Warum Sicherheits- und Gefahrenbereichsbewusstsein in Gassystemen eine Kernpflicht des FM ist

Im Facility Management stellen Gasanlagen erhebliche Risiken dar, die sich nicht gleichmäßig im Gebäude verteilen, sondern in bestimmten Bereichen konzentrieren, in denen Gas bereitgestellt, gespeichert, verteilt oder genutzt wird. Unter bestimmten Betriebs- oder Störungsbedingungen können diese Bereiche zu Gefahrenzonen (etwa mit explosionsfähiger Atmosphäre) werden, auch wenn die Anlage im Normalfall störungsfrei arbeitet. Ein Verständnis der Sicherheits- und Gefahrenbereiche ist daher für das Facility Management unerlässlich, um Vorfälle zu verhindern, Personen zu schützen und den Betreiberpflichten gerecht zu werden. Ohne klares Bewusstsein dafür, wo und warum Gefahren entstehen können, kann das FM weder wirksame Schutzmaßnahmen zuverlässig umsetzen, noch Arbeiten sicher koordinieren oder in Notsituationen angemessen reagieren.

Sicherheits- und Gefahrenbereichsbewusstsein im FM

Bedeutung der Identifizierung von Gefahrenbereichen im Gebäude

Die Erkennung von Gefahrenbereichen bildet die Grundlage für ein sicheres Management von Gassystemen. Nur wer potenziell gefährliche Zonen kennt, kann Risiken gezielt beherrschen statt erst im Ernstfall zu reagieren.

Gefahrenbereiche als vorhersehbare Risikozonen- In Gassystemen treten Gefahrenbereiche nicht zufällig auf, sondern ergeben sich aus:

  • dem Aufbau und der Funktion des Systems,

  • den Stellen mit potentiellem Gasaustritt,

  • der Nutzung des Gebäudes und der Anwesenheit von Personen im Umfeld.

Das Facility Management muss diese Zonen verstehen und berücksichtigen, um Risiken proaktiv statt reaktiv zu managen.

Bedeutung für die Vermeidung von Zündung, Exposition und Eskalation

Das Verständnis der Gefahrenbereiche ist entscheidend, um die primären Unfallmechanismen (Explosion, Freisetzung, Ausbreitung) unter Kontrolle zu halten.

Verknüpfung von Bereichseigenschaften und Schutzmaßnahmen

Je nach Gefährdungsmerkmal eines Bereichs sind unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Die folgende Tabelle zeigt, wie typische Gefahrenmechanismen mit der Bereichskenntnis verknüpft sind und warum dieses Wissen für das FM wichtig ist:

Gefahrmechanismus

Warum Bereichskenntnis für FM wichtig ist

Zündrisiko

Bestimmt, wo Zündquellen kontrolliert oder ausgeschlossen werden müssen.

Gasansammlung

Beeinflusst das Lüftungs- und Überwachungskonzept (Gaswarngeräte, Alarmierung).

Personengefährdung

Beeinflusst Zugangsregeln und Aufenthaltsbeschränkungen für bestimmte Zonen.

Ereignis-Eskalation

Bestimmt, wie schnell ein lokales Ereignis sich auf das Gebäude auswirken kann.

Ein auf Bereiche bezogenes Verständnis ermöglicht es dem Facility Management, gezielt vorbeugende Maßnahmen umzusetzen, die genau an den jeweiligen Gefahrenmechanismus angepasst sind.

Bedeutung für sicheren Betrieb und tägliche FM-Kontrolle

Facility Management muss das Bewusstsein für Gefahrenbereiche in den Routinebetrieb integrieren. Nur so lässt sich der Anlagenbetrieb dauerhaft sicher gestalten.

Betriebsdisziplin basierend auf dem Bereichsrisiko- Die Kenntnis von Sicherheits- und Gefahrenbereichen ermöglicht es dem FM:

  • sichere Betriebsbedingungen eindeutig festzulegen,

  • gefährliche Tätigkeiten in kritischen Zonen zu untersagen,

  • den freien Zugang zu sicherheitstechnischen Einrichtungen jederzeit zu gewährleisten.

Dies stellt sicher, dass der tägliche Gebäudebetrieb nicht unbeabsichtigt unsichere Zustände herbeiführt.

Bedeutung für Wartung, Arbeitsfreigaben und Fremdfirmen-Sicherheit

Viele Unfälle im Zusammenhang mit Gas treten während Wartungs-, Instandhaltungs- oder Bauarbeiten auf. Gerade in diesen Fällen ist ein klares Gefahrenbereichsbewusstsein entscheidend, um alle Beteiligten zu schützen.

Schutz von Personen bei Arbeiten an der Anlage- Die Kenntnis der gefährlichen Bereiche erlaubt dem FM, während Arbeiten:

  • ein angemessenes Arbeitsfreigabe-Verfahren (Erlaubnisschein) anzuwenden,

  • Absperr- und Schutzmaßnahmen koordiniert umzusetzen (z. B. Anlage sicher außer Betrieb nehmen, Gefahrenbereich absperren),

  • Fremdfirmen und externe Mitarbeiter über die bereichsspezifischen Risiken zu unterweisen.

Dies ist unerlässlich, um Zwischenfälle bei nicht-routinemäßigen Tätigkeiten zu vermeiden.

Bedeutung für Notfallplanung und Reaktion

Die Wirksamkeit des Notfallmanagements hängt entscheidend davon ab, zu verstehen, wo sich im Ernstfall Gefahren entwickeln können. Dieses Wissen fließt in jede effektive Notfallplanung ein.

Unterstützung richtiger Entscheidungen im Notfall- Das Facility Management stützt sich auf die Kenntnis der Gefahrenbereiche, um im Notfall:

  • wahrscheinliche Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen,

  • Evakuierungswege für Personen und Zugangswege für Einsatzkräfte vorzusehen,

  • eine sichere Notabschaltung (der Gaszufuhr) gezielt einzuleiten.

Ohne dieses Verständnis könnten Notfallmaßnahmen im Ernstfall verzögert oder falsch ausgerichtet sein – mit potenziell gravierenden Folgen.

Bedeutung für Compliance und Betreiberverantwortung

Das Management von Gefahrenbereichen ist eng mit rechtlichen und organisatorischen Pflichten verbunden. In Deutschland müssen Betreiber von Gasanlagen strenge Vorgaben (u. a. aus Gefahrstoff- und Betriebssicherheitsverordnung) erfüllen und ein systematisches Sicherheitsmanagement vorweisen.

Nachweis der gebotenen Sorgfalt- Das Bewusstsein für Sicherheits- und Gefahrenbereiche befähigt das FM,

  • vorgeschriebene Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen,

  • eine lückenlose Dokumentation (z. B. Explosionsschutzdokument) zu führen,

  • Inspektionen und Audits aktiv zu unterstützen.

Dieses Wissen hilft nachzuweisen, dass der Betreiber alle erforderlichen und fachgerechten Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Es zeigt zudem, dass die einschlägigen Vorschriften gewissenhaft eingehalten werden – ein zentraler Aspekt der Betreiberhaftung und des verantwortungsvollen Handelns.

Bedeutung als grundlegende FM-Kompetenz

Ein ausgeprägtes Gefahrenbereichsbewusstsein ist eine Grundvoraussetzung für professionelles Facility Management – insbesondere im technischen Gebäudebetrieb.

Rolle im FM-Sicherheitskonzept- Das Verständnis der sicherheitsrelevanten Bereiche untermauert:

  • Gefährdungsbeurteilungen (Risikoanalysen der Anlage),

  • Betriebsanweisungen für den Umgang mit Gas,

  • die Wartungsplanung und vorbeugende Instandhaltung,

  • die Notfallpläne und Übungen.

Ohne ein klares Bewusstsein der Gefahrenbereiche kann das Facility Management die Risiken des Gassystems nicht effektiv beherrschen und seiner Verantwortung als Betreiber nicht gerecht werden.