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Häufige Ursachen für Leckagen oder Störungen

Facility Management: Gase » Gasanlagen » Grundlegende Eigenschaften » Häufige Ursachen

Häufige Ursachen für Leckagen oder Störungen

Verständnis häufiger Ursachen von Gasleckagen und Funktionsstörungen in Gassystemen

In Gebäuden und technischen Anlagen wird erwartet, dass Gassysteme über lange Zeiträume hinweg sicher und zuverlässig arbeiten. Wenn dennoch Undichtigkeiten oder Funktionsstörungen auftreten, sind diese nahezu immer auf bestimmte, identifizierbare Ursachen zurückzuführen – etwa Materialalterung, fehlerhafte Installation, mechanische Beschädigungen, ungünstige Umgebungsbedingungen oder mangelhafte Wartung. Für das Facility Management ist eine strukturierte Übersicht dieser typischen Ursachen eine grundlegende Voraussetzung, um fundierte Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, gezielte Inspektionen zu planen, vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen einzuleiten und Störungen effizient zu beheben. Das Verständnis, wo und warum Gassysteme üblicherweise versagen, ermöglicht es Facility Managern, Aufmerksamkeit und Ressourcen gezielt auf die verwundbarsten Anlagenteile und Betriebssituationen zu lenken.

Ursachen von Gasleckagen und Funktionsstörungen

Gasbezogene Probleme in Einrichtungen lassen sich grundsätzlich in drei Formen einteilen:

  • Leckagen (Verlust der Dichtheit): Unbeabsichtigter Gasaustritt aus Rohrleitungen, Verbindern, Armaturen, Ventilen, flexiblen Anschlüssen oder Gasgeräten. Solche Lecks können klein sein (minimaler Austritt an einer Fuge) oder erheblich – etwa durch Risse oder größere Beschädigungen verursachte starke Gasfreisetzungen.

  • Funktionelle Störungen ohne offenkundige Leckage: Betriebsfehler wie festsitzende Ventile, verstopfte Filter, defekte Druckregler, versagende Sicherheitsabsperreinrichtungen oder gestörte Brennerfunktionen. Diese führen zu Versorgungsunterbrechungen, Druckschwankungen oder schlechter Verbrennung, ohne dass zwangsweise Gas nach außen austritt.

  • Kombinierte Fehlerbilder: Fälle, in denen Leckagen und Funktionsstörungen gemeinsam auftreten. Beispielsweise kann Korrosion gleichzeitig die Wandstärke eines Rohrs verringern (Leckagegefahr) und die Leichtgängigkeit eines Ventils beeinträchtigen. Ebenso können Verunreinigungen sowohl eine Verstopfung verursachen als auch Dichtflächen angreifen, was parallel zu Funktionsausfällen kleine Undichtigkeiten begünstigt.

Übersicht häufiger technischer Ursachen (Tabelle)

Komponente / Bereich

Typische Grundursache

Beispiel aus der Praxis

FM-relevante Indikatoren

Starre Rohrleitungen (Stahl, Kupfer)

Korrosion, mechanische Einwirkung, Materialermüdung

Rohr im feuchten Schacht korrodiert; Rohr durch Fahrzeuganprall verbeult

Rostspuren, Verformungen, Feuchteflecken, auffälliger Gasgeruch entlang der Leitungsführung

Verbindungsstellen und Fittings

Unzureichend angezogene Verschraubung, Dichtungsverschleiß, Alterung von Dichtmitteln

Nicht fest genug angezogene Gewindeverbindung; gealtertes Dichtband oder spröde Dichtung

Lokaler Gasgeruch, Blasenbildung bei Lecksuchmittel an der Verbindungsstelle

Absperrarmaturen (Ventile, Hähne)

Verschlissene Stopfbuchspackung, innere Abnutzung, Verschmutzung

Ventil schwergängig; Gasaustritt („Schwitzen“) an der Ventilspindel erkennbar

Schwergängige Bedienung, leichte Undichtigkeit an der Spindeldichtung, Ablagerungs- oder Rückstandsspuren

Druckregler und Gaszähler

Innere Ablagerungen, Verschleiß, fehlerhafte Einstellung

Regler hält Ausgangsdruck nicht konstant; Gaszähler bleibt zeitweise stehen

Druck außerhalb des Sollbereichs, ungewöhnliche Geräusche, instabiles Verhalten angeschlossener Geräte

Flexible Schläuche und Anschlüsse

Alterung (Versprödung), Abknicken, thermische oder mechanische Überbeanspruchung

Rissiger Gummischlauch hinter dem Gasherd; Schlauch durch ein Gerät eingequetscht

Sichtbare Risse, Ausbeulungen oder Knicke, Bewegung des Schlauchs bei Gasdurchfluss (Druckstoß)

Brenner von Gasgeräten

Verstopfte Düsen, Fehljustierung, Verschmutzung (Staub, Fett)

Gelbe oder ungleichmäßige Flamme am Gerät, häufige Zündprobleme

Verändertes Flammenbild, Rußablagerungen, Geruch von unverbranntem Gas insbesondere beim Starten

Dichtungen und Dichtungsmaterialien

Alterung, Schrumpfung, chemische Einwirkung

Ausgehärtete oder geschrumpfte Dichtung, die nicht mehr dicht hält

Wiederkehrende kleine Leckagen, erneutes Nachziehen der Verbindung häufig nötig

Diese Übersicht dient als grundlegende Orientierung bei der Festlegung von Prüfschwerpunkten und Instandhaltungsprioritäten im Facility Management.

Installations- und auslegungsbedingte Ursachen

Fehlhafte oder unvollständige Installation ist ein häufiger Ausgangspunkt späterer Leckagen und Störungen. Typische Probleme sind z.B. nicht ausreichend festgezogene Gewindeverbindungen, die Verwendung falscher oder ungeeigneter Dichtmaterialien, unzureichende Rohrhalterungen oder eine dauerhafte mechanische Verspannung von Bauteilen durch Montagefehler und Fehlorientierung.

Der Einsatz ungeeigneter Materialien oder Komponenten – etwa nicht zugelassene flexible Gasanschlüsse, Dichtungen, die mit dem verwendeten Gas nicht verträglich sind, oder Armaturen, die nicht für den entsprechenden Druckbereich ausgelegt wurden – führt außerdem zu vorzeitiger Alterung. Solche Materialien quellen unter Umständen auf, verspröden oder reißen unter normalen Betriebsbedingungen deutlich früher als vorgesehen.

Auch eine ungünstige Leitungsführung und Anlagenplanung erhöhen das Risiko. Werden Gasleitungen beispielsweise durch korrosive oder ständig feuchte Bereiche geführt, an Orten verlegt, wo sie leicht mechanisch beschädigt werden können, oder wenn Verbindungsstellen hinter Verkleidungen und in schlecht zugänglichen Schächten verborgen liegen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Beschädigungen und einer verzögerten Leckentdeckung erheblich. Ebenso können fehlende Maßnahmen zur Aufnahme von Wärmeausdehnungen oder Bauwerksbewegungen (z.B. Dehnungsstücke oder flexible Ausgleichselemente) dazu führen, dass kontinuierliche Spannungen auf dem Leitungssystem lasten.

Betriebs- und menschlich bedingte Ursachen

Unbeabsichtigte mechanische Beschädigungen kommen im Alltagsbetrieb häufig vor. So werden Gasleitungen mitunter von Hubwagen, Transportgeräten oder Fahrzeugen angefahren, Absperrarmaturen durch unsachgemäß abgestellte Gegenstände verbogen, oder bei Bau- und Renovierungsarbeiten werden Leitungen angebohrt, weil ihre Lage nicht bekannt oder beachtet war.

Unsachgemäße Bedienung und Nutzung von Gasanlagen und -geräten kann ebenfalls Schäden verursachen. Überhitzung und Rußbildung treten etwa auf, wenn Brenner abgedeckt oder wichtige Lüftungsöffnungen blockiert werden. Der Betrieb von Gasgeräten außerhalb des vorgesehenen Leistungsbereichs oder das Anschließen nicht zugelassener Verbrauchsgeräte an eine Gasinstallation führen zu übermäßiger Beanspruchung und erhöhen die Störanfälligkeit.

Auch unautorisierte Änderungen und „Do-it-yourself“-Reparaturen sind riskant. Eigenmächtiges Versetzen von Gasgeräten, das Hinzufügen von provisorischen Abzweigungen mit ungeeigneten Verbindern oder das bloße Nachziehen einer vermeintlich undichten Verschraubung ohne anschließende Prüfung schaffen neue Schwachstellen im System. Solche Änderungen – wenn sie ohne Dokumentation und ohne abschließende Dichtheitsprüfung vorgenommen werden – erhöhen die Wahrscheinlichkeit sowohl von Leckagen als auch von Funktionsstörungen erheblich.

Nicht zuletzt spielt vernachlässigtes Betriebscontrolling eine Rolle. Wenn einfache Sichtprüfungen, Druckkontrollen oder Funktionsproben von sicherheitsrelevanten Einrichtungen unterbleiben, bleiben kleine Auffälligkeiten – etwa schwergängige Ventile, geringe Gasundichtigkeiten oder beginnende Korrosion – u.U. unentdeckt, bis sie sich zu ernsthaften Mängeln auswachsen.

Alterung, Umwelteinflüsse und Beanspruchung als Ursachen

Alle verbauten Materialien unterliegen einer natürlichen Alterung. Dichtungen, Gummischläuche, Schutzanstriche oder bestimmte Kunststoffe verlieren im Laufe der Zeit an Elastizität und Dichtfähigkeit – selbst in ordnungsgemäß installierten Systemen. Dieses Altern führt zu mikrofeinen Rissen, Aushärtungen oder Schrumpfungen, die schließlich Undichtigkeiten zur Folge haben können.

Umwelteinflüsse wie hohe Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser, aggressive Reinigungsmittel oder chemische Dämpfe beschleunigen Alterung und Korrosion zusätzlich. Gasleitungen in ständig feuchten Kellerräumen oder Mauerwerk, Leitungsabschnitte in denen sich Kondensate sammeln, oder Bereiche mit korrosiven Atmosphären (z.B. in Industrieumgebungen mit Chemikalien) sind besonders gefährdet. Umgekehrt können sehr trockene oder überhitzte Umgebungen die Versprödung elastomerer Bauteile fördern, was deren Dichtheit beeinträchtigt.

Auch betriebsbedingte Lastwechsel hinterlassen langfristig Spuren. Ständige Temperaturwechsel und Druckschwankungen im Gasnetz bewirken ein fortwährendes Ausdehnen und Zusammenziehen von Rohren und Anlageteilen. Über lange Zeiträume können sich dadurch Verschraubungen allmählich lockern, Materialien ermüden und Schweißnähte oder Rohrbögen überbeansprucht werden. Hinzu kommen Vibrationen und Erschütterungen, etwa verursacht durch nahegelegene Maschinen, Lüftungsanlagen, Aufzüge oder häufig begangene Bereiche. Diese Erschütterungen erhöhen die mechanische Belastung von Halterungen, Verbindungsstellen und flexiblen Anschlüssen zusätzlich und begünstigen so das Auftreten von Materialrissen oder das Losarbeiten von Verbindungen.

Wartungs- und prüfungsbedingte Ursachen

Unzureichende oder unregelmäßige Wartung ist ein wesentlicher Faktor für spätere Probleme. Wenn Filter nicht gereinigt, Druckregler nicht überprüft, Absperrventile nicht periodisch betätigt und Brenner nicht regelmäßig justiert und gesäubert werden, sammeln sich allmählich Ablagerungen und Verschleiß an. Die Folgen sind klemmende Mechanismen, blockierte Durchflüsse, instabile Druckverhältnisse – und insgesamt ein erhöhtes Risiko, dass an überlasteten Stellen Lecks entstehen.

Auch mangelhafte Qualität bei Instandsetzung und Reparatur spielt eine Rolle. Werden nach Arbeiten an der Gasinstallation Leckdichtheitsprüfungen weggelassen, ungeeignete oder minderwertige Ersatzteile eingebaut oder gealterte Dichtungen wiederverwendet, können verborgene Schwachstellen zurückbleiben. Ohne sorgfältige Abnahme und Funktionskontrolle nach Eingriffen an der Anlage bleiben neu entstandene Mängel oft so lange unbemerkt, bis sie im Betrieb deutlich zutage treten.

Erschwerend kommt hinzu, dass unvollständige Dokumentation von Änderungen, wiederkehrenden Störungen und Prüfergebnissen das Erkennen von Musterursachen behindert. So kann es passieren, dass derselbe Leitungsabschnitt mehrfach repariert wird, ohne dass erkannt wird, dass etwa ein Konstruktionsfehler oder ein Umwelteinfluss als Grundursache vorliegt, der systematisch behoben werden müsste.

Konsequenzen für die Facility-Management-Praxis

Aus Facility-Management-Sicht dienen diese festgestellten Ursachenkategorien als Rahmen, um vorbeugende Maßnahmen gezielt zu planen und zu priorisieren. Inspektionsrouten und Checklisten lassen sich so aufbauen, dass sie insbesondere Verbindungsstellen, flexible Anschlussleitungen, korrosionsgefährdete bzw. feuchte Umgebungen, mechanisch exponierte Leitungsteile sowie Komponenten, deren erwartete Nutzungsdauer abgelaufen ist, in den Blick nehmen.

Präventive Maßnahmen umfassen anschließend zum Beispiel den Einbau von Schutzvorrichtungen (etwa Anfahrschutzbügel bei exponierten Gasleitungen), eine optimierte Verlegung oder zusätzliche Abstützung von Rohren, den rechtzeitigen Austausch alternder Schläuche und Dichtungen sowie strengere Vorgaben, dass Änderungen oder Arbeiten an der Gasanlage nur von autorisierten Fachkräften durchgeführt werden dürfen.

Schließlich sorgen Schulungen und Kommunikation dafür, dass sowohl das technische Personal als auch die Nutzer des Gebäudes sichtbare Warnzeichen erkennen – etwa Rost und Korrosion, Deformationen, Rußspuren oder anhaltenden Gasgeruch – und wissen, wie sie im Verdachtsfall richtig reagieren und wen sie informieren müssen. So werden alltägliche Beobachtungen zu einem praktischen Frühwarnsystem, das die bestehenden technischen Sicherheitsvorkehrungen wirkungsvoll ergänzt.