Erdgas (NG)
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Erdgas
Erdgas ist ein weit verbreiteter Energieträger in Gebäuden und technischen Anlagen, vor allem für Heizungszwecke, die Warmwasserbereitung und bestimmte Prozessanwendungen. Im Facility Management gilt Erdgas als zentrales Versorgungsmedium, verbunden mit spezifischen Anforderungen an Sicherheit, Betrieb und Dokumentation. Eine ordnungsgemäße Handhabung von Erdgas umfasst eine strukturierte Planung des Gasanschlusses und des internen Leitungsnetzes, klare Verantwortlichkeiten, die Einhaltung von Normen bei Installation und Instandhaltung sowie integrierte Notfallvorkehrungen. Die folgende Darstellung bietet eine grundlegende, am FM orientierte Struktur für den Umgang mit Erdgas als Gasart in Einrichtungen.
Erdgas (NG) – Eigenschaften und Gebäudeeinsatz
- Grundlegende Eigenschaften von Erdgas
- Überblick der Verwendung
- Grundlegende Erdgas-Infrastruktur in Gebäuden
- Gefahrenübersicht
- Grundlegende Präventionsmaßnahmen
- Notfallmaßnahmen (Grundlagen)
- Betriebliches Management von Erdgas im FM
Zusammensetzung und allgemeine Beschreibung
Erdgas besteht überwiegend aus Methan (CH₄) und enthält kleinere Anteile an Ethan und anderen Kohlenwasserstoffen sowie inerter Bestandteile wie Stickstoff und Kohlenstoffdioxid. Die Versorgung erfolgt über regionale oder nationale Gasversorgungsnetze. Unter normalen Bedingungen in Gebäuden liegt Erdgas stets in gasförmigem Zustand vor (keine Verflüssigung oder Vor-Ort-Speicherung notwendig). Zur Sicherheit wird Erdgas odoriert, das heißt, ihm werden intensiv riechende Stoffe (z.B. Mercaptane) beigemischt, damit austretendes Gas durch Geruch wahrgenommen werden kann.
Wichtige physikalisch-chemische Eigenschaften
| Eigenschaft | Erdgas – Beschreibung | Relevanz für das Facility Management |
|---|---|---|
| Hauptbestandteil | Methan (CH₄) | Bestimmt den Energiegehalt und die Verbrennungseigenschaften |
| Aggregatzustand | Gasförmig bei normalen Temperaturen und Drücken im Gebäude | Keine flüssige Lagerung vor Ort; Verteilung über Rohrleitungsnetz |
| Dichte (Luft=1) | < 1 (leichter als Luft) | Austretendes Gas steigt auf und sammelt sich in Deckenbereichen |
| Odorierung | Ja, Zusatz von Geruchsstoffen (z.B. Mercaptan) | Leckagen können vom Menschen durch Geruch erkannt werden |
| Entzündbarkeit | Brennbar in begrenztem Mischungsverhältnis mit Luft | Explosionsgefahr in geschlossenen Räumen bei Gasaustritt |
| Energiegehalt | Mittel bis hoch | Geeignet für Raumheizung und Warmwasserbereitstellung |
| Umweltaspekt | Geringerer CO₂-Ausstoß pro kWh als Öl oder Kohle | Unterstützt Dekarbonisierungsstrategien auf Objektebene |
Verhalten in Gebäuden
Aufgrund seiner geringeren Dichte im Vergleich zu Luft steigt ausströmendes Erdgas in Innenräumen nach oben und sammelt sich vorrangig unter der Decke oder in hoch liegenden Bereichen. Dieses Verhalten beeinflusst die Auslegung von Lüftungskonzepten, die Platzierung von Gasmeldern (sofern vorhanden), die Führung von Gasleitungen und die Definition von Zonen ohne Zündquellen. Bei der baulichen Integration der Gasinstallation ist daher auf Installationsschächte, abgehängte Decken, Technikhohlräume und Dachbereiche besonders zu achten. Solche Hohlräume müssen so gestaltet oder belüftet werden, dass sich kein Gas unbemerkt ansammeln kann.
In den meisten Einrichtungen wird Erdgas vor allem für folgende Zwecke eingesetzt:
Raumheizung (z.B. Betrieb von Heizkesseln oder Warmlufterhitzern)
Warmwasserbereitung (für Trink- und Brauchwasser)
Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) zur kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme
Koch- und Küchentechnik (insbesondere in gewerblichen Küchen für Herde, Öfen etc.)
Prozesswärme in gewerblichen oder kleinindustriellen Prozessen (z.B. Brenner in Werkstätten)
(Dies sind Beispielanwendungen; die genutzten Erdgasprozesse hängen von der Art der Einrichtung und den geltenden Vorschriften ab.)
Beispiele nach Einrichtungstyp
| Einrichtungstyp | Typische Erdgas-Anwendungen | FM-Schwerpunkt (grundlegend) |
|---|---|---|
| Büro-/Verwaltungsgebäude | Heizung, Warmwasser | Betrieb der Heizkessel, Überwachung des Verbrauchs |
| Wohn- und Mischgebäude | Zentrale Heizung, Warmwasser, Kochen | Mieterinformation zur Gassicherheit, Koordination der Wartung |
| Beherbergung/Gastronomie | Küchenbetrieb, Heizung, Warmwasser | Gassicherheit in Küchen (Lüftung, Abschaltung), Meldung von Leckagen |
| Leichtindustrie/Werkstätten | Prozesswärme (Brenner), Beheizung | Sichere Leitungsführung, Zoneneinteilung, Zugang zu Not-Absperrventilen |
| Öffentliche Gebäude (Schulen) | Heizung, Küchen | Unterweisung des Personals, regelmäßige Anlagenkontrollen |
Versorgung und Messung
Die Erdgasversorgung tritt typischerweise über einen Netzanschluss in das Gebäude ein. An diesem Hausanschluss befinden sich eine Hauptabsperreinrichtung (Hauptgashahn) und der Gaszähler. Diese Übergabestelle zum Versorgungsnetz – insbesondere das Hauptabsperrventil und der Zählerplatz – ist für den sicheren Betrieb von zentraler Bedeutung. Sie muss jederzeit zugänglich und klar gekennzeichnet sein, damit im Notfall schnell abgesperrt werden kann. Der Gaszähler dient der Verbrauchsmessung für Abrechnungszwecke und das Energiemanagement; seine regelmäßige Ablesung und die Kontrolle auf Dichtheit im Bereich der Zähleranlage fallen in den Aufgabenbereich des Facility Managements.
Druckregelung und interne Verteilung
Hinter dem Gebäudeanschluss reduziert ein Gasdruckregelgerät den ankommenden Netzdruck auf den niedrigeren Betriebsdruck, der für die hausinterne Installation und die angeschlossenen Geräte erforderlich ist (typischerweise im Bereich 20–50 mbar).
Die Verteilung innerhalb des Gebäudes erfolgt über ein fest verlegtes Rohrleitungsnetz, das folgende Elemente umfasst:
Haupt-Gasleitung: vom Druckregler aus zu den technischen Zentren (Heizungsraum, Steigleitungen etc.)
Verzweigungsleitungen: zu einzelnen Verbrauchern oder Bereichen (z.B. Kesselanlagen, Küchen, Prozesszonen)
Absperrarmaturen: manuelle Absperrhähne an strategischen Punkten, beispielsweise vor jedem Gerät oder jeder Nutzungseinheit, um Teilbereiche isolieren zu können
Alle Gasleitungen sind so zu installieren und zu schützen, dass sie weder mechanisch beschädigt werden können noch unzulässig korrodieren. Insbesondere in Durchgängen oder gefährdeten Bereichen müssen Leitungen entsprechend verkleidet oder markiert sein. Eine eindeutige Kennzeichnung der Gasrohre gemäß den technischen Vorgaben (z.B. gelbe Rohrmarkierungen nach DIN 2403 mit Aufschrift "Gas") trägt zur Sicherheit und Vermeidung von Verwechslungen bei. Unbefugte Eingriffe oder Änderungen an der Gasleitung sind strikt untersagt – nur autorisierte Fachkräfte dürfen an der Anlage arbeiten.
Anschluss an technische Geräte
Gasverbraucher wie Heizkessel, BHKW-Module oder Küchengeräte werden mittels geeigneter Armaturen und Anschlussleitungen mit dem Gasnetz verbunden.
Dabei muss sichergestellt sein:
Lokale Absperrventile: Jedes gasbetriebene Gerät verfügt in unmittelbarer Nähe über einen von Hand bedienbaren Absperrhahn, um das Gerät bei Bedarf einzeln abstellen zu können.
Klare Kennzeichnung: An Geräten oder Leitungen sind der verwendete Gas-Typ (Erdgas) und der zulässige Versorgungsdruck deutlich angegeben. Dadurch ist erkennbar, welches Gas mit welchem Druck anliegt.
Lüftung und Verbrennungsluft: Der Aufstellraum des Geräts muss ausreichend belüftet sein und genügend Verbrennungsluft zur Verfügung stellen, damit der Betrieb sicher und ohne Abgasaustritt erfolgt.
Planung, Installation und Inbetriebnahme der Gasgeräte und ihrer Anschlüsse müssen den einschlägigen Normen und Herstellerangaben entsprechen. Insbesondere sind die technischen Regeln (wie die DVGW-TRGI für Gasinstallationen) sowie die Montage- und Betriebsanleitungen der Geräte strikt zu befolgen. Abnahmen und Prüfungen vor Inbetriebsetzung gewährleisten, dass der Anschluss ordnungsgemäß dicht und betriebssicher ist.
Die wichtigsten Gefährdungen im Zusammenhang mit Erdgas in Gebäuden sind:
Explosionsgefahr durch Gas-Luft-Gemische: Bei Leckagen kann Erdgas mit der Umgebungsluft zündfähige Gemische bilden. Bereits ein Funke oder eine Zündquelle kann dann zu Verpuffung oder Explosion führen.
Brandrisiko an Gasgeräten: Offene Flammen oder heiße Oberflächen an Gasheizgeräten und -brennern bergen Brandgefahren. Undichtigkeiten oder Fehlfunktionen können zu Stichflammen oder einem Abbrand in der Umgebung des Geräts führen.
Gasansammlungen in geschlossenen Räumen: Entweicht Gas in Innenräume, kann es sich vor allem unter der Decke oder in schlecht belüfteten Schächten und Hohlräumen sammeln. In solchen Bereichen steigt die Gefahr einer explosionsfähigen Atmosphäre erheblich.
Zu diesen Risiken können verschiedene Ursachen beitragen
Materialermüdung oder Korrosion an Leitungen und Bauteilen, mechanische Beschädigungen (etwa durch Bauarbeiten) sowie fehlerhafte Bedienung oder unzulässige Veränderungen an der Anlage. Im Facility Management sind diese Gefahrenpotentiale frühzeitig zu erkennen und in einer Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.
Vorbeugende Maßnahmen im Umgang mit Erdgas umfassen unter anderem:
Fachgerechte Planung und Installation: Gasinstallationen dürfen ausschließlich von qualifizierten und zugelassenen Fachbetrieben geplant und ausgeführt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Leitungen, Anschlüsse und Geräte den gültigen Normen (z.B. DVGW-Regelwerk) entsprechen und technisch dicht sind.
Ausreichende Belüftung: Räume mit Gasgeräten oder durchgeführten Gasleitungen müssen über ausreichende Lüftung verfügen. Dies verhindert, dass sich im Störfall gefährliche Gaskonzentrationen bilden, und stellt die nötige Verbrennungsluft für Geräte bereit. Besonders in Heizräumen oder Küchen ist auf Zu- und Abluftöffnungen gemäß den Vorschriften zu achten.
Regelmäßige Inspektion und Wartung: Sämtliche gasführenden Leitungen, Armaturen (Ventile, Regler) und Gasgeräte sollten in festgelegten Intervallen von Fachpersonal überprüft und gewartet werden. Dabei werden Dichtheit, Funktion der Sicherheitseinrichtungen und der Verbrennungszustand kontrolliert. Mängel können so frühzeitig erkannt und behoben werden.
Sichere Umgebung der Anlagen: Im Umfeld von Gasgeräten und -leitungen sind Zündquellen sowie brennbare Materialien zu minimieren. Beispielsweise dürfen in Heizräumen keine leicht entzündlichen Stoffe gelagert werden, und offene Flammen oder Funkenbildung (Schweißen, Schleifen) sind nur nach strengen Sicherheitsmaßnahmen zulässig.
Berücksichtigung von Hohlräumen und Verkleidungen: Gasleitungen, die durch geschlossene Schächte, abgehängte Decken oder Doppelböden führen, müssen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Entweder sind solche Bereiche natürlich oder mechanisch zu belüften, oder es ist sicherzustellen, dass Leitungen dort keine Lösstellen aufweisen (um Leckagen auszuschließen). Wo sinnvoll, können Gaswarnmelder installiert werden, um austretendes Gas frühzeitig zu detektieren.
Eine einfache Zuordnung von Gefahren und entsprechenden Schutzansätzen zeigt folgende Übersicht:
| Gefahrentyp | Grundlegender Präventionsansatz |
|---|---|
| Gasleck / Explosion | Dichtigkeitsprüfungen, fachgerechte Verbindungen, schnell zugängliche Absperrarmaturen |
| Brand am Gasgerät | Korrekte Brennereinstellung, regelmäßige Wartung, freigehaltener Geräteraum |
| Gasansammlung im Raum | Lüftung sicherstellen, bauliche Vorkehrungen treffen, Gasmelder richtig positionieren |
| Unbefugte Änderungen | Klare Nutzungsregeln, Änderungen nur mit Freigabe, lückenlose Dokumentation |
Notfallmaßnahmen (Grundlagen)
Im Notfall (z.B. bei Gasgeruch oder Gasaustritt) muss klar definiert sein, wie die Gaszufuhr abgestellt, die betroffenen Bereiche evakuiert und die Hilfskräfte alarmiert werden.
Wichtige Bestandteile der Notfallorganisation sind:
Hauptabsperrung: Die Hauptabsperreinrichtung der Gasversorgung ist deutlich zu kennzeichnen und jederzeit frei zugänglich zu halten. Mitarbeiter müssen wissen, wo sich der Hauptgashahn befindet und wie er im Ernstfall zu schließen ist.
Verhaltenshinweise bei Gasalarm: In der Einrichtung sollten einfache und gut verständliche Anweisungen für den Fall von Gasgeruch verfügbar sein (z.B. als Aushang oder Bestandteil der Unterweisung). Typische Hinweise sind: “Kein Feuer, nicht rauchen, keine elektrischen Schalter betätigen, Fenster öffnen, Gebäude verlassen, andere warnen, von außerhalb Feuerwehr und Gasversorger anrufen.”
Integration in den Notfallplan: Gasbezogene Notfallschritte sind in die allgemeinen Notfall- und Evakuierungspläne des Gebäudes zu integrieren. Im Alarmfall müssen Zuständigkeiten geklärt sein (wer alarmiert wen, wer schaltet ab, wer überprüft die Räume). Eine regelmäßige Unterweisung des Personals stellt sicher, dass diese Abläufe bekannt sind.
Alle Mitarbeiter und ggf. Bewohner der Einrichtung sollten hinsichtlich des Verhaltens im Gas-Notfall geschult sein. Wichtig ist insbesondere, dass die Alarmierung externer Stellen (z.B. Störungsdienst des Gasversorgers, Feuerwehr) unverzüglich erfolgt und gefährdete Bereiche umgehend geräumt werden. Präventiv kann das Facility Management auch Notfallübungen oder Szenarien durchspielen, die einen Gasaustritt simulieren, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.
Rollen und Verantwortlichkeiten
| Rolle/Funktion | Typische Verantwortung (Grundniveau) |
|---|---|
| Eigentümer / Betreiber | Übergeordnete Verantwortung für einen sicheren und regelkonformen Betrieb der Gasanlage |
| Facility Manager | Koordination von Prüfungen, Wartungsverträgen und der technischen Dokumentation |
| Versorgungsunternehmen | Bereitstellung der Erdgasversorgung, Betrieb des Gaszählers, Sicherheit des externen Netzes bis zum Anschlusspunkt |
| Instandhaltungsdienstleister | Fachgerechte Inspektion, Wartung und Instandsetzung der hausinternen Gasinstallation |
| Nutzer / Bewohner | Bestimmungsgemäßer Gebrauch der Gasgeräte, unverzügliche Meldung von Störungen oder Gasgeruch |
Laufender Betrieb und Inspektionen
Im täglichen Betrieb veranlasst das Facility Management regelmäßige Sichtkontrollen der Gasinstallation. Dazu gehört, auf ungewöhnlichen Gasgeruch, Geräusche oder sichtbare Defekte an Leitungen und Geräten zu achten. Auch die Überwachung der Gaszählerstände und des Verbrauchs fällt in diesen Aufgabenbereich, um eventuelle Unregelmäßigkeiten (z.B. untypisch hoher Verbrauch als Indiz für Leckagen) frühzeitig zu erkennen.
Darüber hinaus koordiniert das FM turnusmäßige Fachinspektionen und Wartungen gemäß den gesetzlichen Vorgaben oder vereinbarten Intervallen. Typischerweise werden Heizkessel und andere Gasgeräte jährlich durch einen Fachbetrieb gewartet (inklusive Reinigungsarbeiten, Überprüfung der Brennereinstellung und Emissionsmessung). Gasleitungen unterliegen regelmäßigen Prüfungen auf Dichtheit und Gebrauchsfähigkeit – in Wohngebäuden z.B. empfiehlt die DVGW-TRGI eine jährliche visuelle Gashausschau durch den Betreiber und alle 12 Jahre eine ausführliche Prüfung der Gasleitung mit Messgeräten.
Alle Inspektionen, Prüfergebnisse und durchgeführten Instandsetzungsmaßnahmen sind schriftlich zu dokumentieren. Eine lückenlose Dokumentation (Prüfprotokolle, Wartungsberichte, Mängellisten) dient sowohl der Rechtssicherheit des Betreibers als auch der Nachverfolgbarkeit von Aufträgen im Zeitverlauf. Mängel und daraus abgeleitete Maßnahmen sollten vom Facility Management nachverfolgt werden, bis ihre Behebung abgeschlossen ist.
Änderungen, Dokumentation und Integration in FM-Prozesse
Jegliche Änderung an der Gasanlage – etwa die Installation neuer Gasverbraucher, die Erweiterung oder Verlegung von Leitungen oder Änderungen am Versorgungsdruck – muss geplant, freigegeben und dokumentiert werden. Vor der Umsetzung ist zu prüfen, ob die vorhandene Infrastruktur (Leitungsquerschnitte, Reglerkapazität, Entlüftung etc.) ausreichend und die Änderung technisch sowie sicherheitlich unbedenklich ist. Änderungen dürfen nur von autorisierten Fachleuten durchgeführt werden. Nach Abschluss sind die technischen Unterlagen zu aktualisieren: Rohrnetzpläne, Schemen, Übersichtszeichnungen und Armaturenlisten werden an den neuen Stand angepasst. Ebenso müssen Beschilderungen und Hinweise (z.B. an Absperrventilen oder in Betriebsräumen) bei Bedarf erneuert werden, damit sie der veränderten Anlage entsprechen.
Die aktualisierten Dokumente und Informationen sind im zentralen Dokumentationssystem der Einrichtung abzulegen, sodass die Erdgas-Infrastruktur stets aktuell in den Bestandsunterlagen abgebildet ist. Ferner müssen gasbezogene Abläufe in die übergeordneten FM-Prozesse integriert bleiben. Beispielsweise ist das Instandhaltungsmanagement anzupassen (neue Geräte in Wartungspläne aufnehmen, Prüffristen überwachen), das Störungsmanagement muss Gasalarme oder -ausfälle mit abdecken, und die Notfallorganisation sowie Gefahrenabwehrpläne sind nach Änderungen an der Anlage zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass Erdgas als Versorgungsmedium im Facility Management ganzheitlich und sicher betreut wird.